PRESSESPIEGEL vol. 10 / WASD Magazin

Als Freund des gedruckten Wortes und Anhänger klassischer Videospiele-Gazetten, freue ich mich, euch an dieser Stelle regelmäßig Einblicke in Presseerzeugnisse vergangener Tage bieten zu können. Zeitschriften und Bücher zum Thema Videospiele sollen hier nun häufiger beleuchtet werden.

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Magazine mit dem Themengebiet Videospiel gab und gibt es wie Sand am Meer. Für gewöhnlich lag den Redaktionen oder wahrscheinlich eher den Verlegern am ehesten daran, Kaufentscheidungen zu beeinflussen und über journalistiche Umwege Produkte zu verkaufen. Zum Thema Videospiel im allemeinen etwas zu sagen, fiel vielen Autoren dabei oftmals schwer und war sicherlich auch nur selten wirklich erwünscht. Vielmehr wurde ein konkretes Produkt expliziet analysiert und auf Markttauglichkeit hin bewertet.

Was das WASD (toller Satzanfang, wie ich finde) jetzt neu oder ganz einfach bloß anders macht und warum es gelesen werden sollte, erfahrt Ihr im folgenden Artikel.

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Im kleinen Verlag Sea of Sundries erschienen, nimmt das WASD eine gewisse Sonderstellung am Markt der Videospielmagazine ein. Wie erwähnt, werden keine klassischen Spieletests im Heft durchexerziert, es wird vielmehr ein etwas subjektiver, oftmals philosophischer Ansatz bei der Analyse des Zeitfressers Videospiel vermittelt. Das steht ganz in der noch jungen Tradition des Bloggens, passend dazu setzt sich die schreibende Mannschaft der Erstausgabe auch aus zahlreichen Online-Autoren zusammen. Die erste Ausgabe steht unter dem, für mich vielversprechenden Thema „tasty trash“. Für mich als Liebhaber unnützer Hardware und schrabbeliger Spiele ein wundervoller Strauß voller bunter und verbuggter Spielspaßkiller.

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Zum Preis von knapp fünfzehn Euro erhält der Konsument zweihundert Seiten griffiger Papierqualität mit zurückgenommenem und damit zeitgemäßem Design. Das gefällt dem durchschnittlichen Zocker aufgrund fehlender Poppigkeit weniger, dem Grafiker in mir aber umso mehr. Wer hier kurz an das Gee-Magazin denken muss liegt zwar nicht grundlegend verkehrt, darf sich aber gedanklich von weiteren Standards einer klassischen Videospielgazette verabschieden. Von der guten alten Tele Match ist im Jahr 2012 nicht mehr viel übrig, aber das ist vielleicht auch ganz gut so.

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Fazit:
Auf der einen Seite ist das WASD genau das richtige für ewig gestrige Gestalten wie mich, da viele der Autoren offenbar ebenfalls einen Faible für verpixelte Optik haben. Auf der anderen Seite fällt der Abschied von lieb gewonnenen Elementen wie einem klassischen Bewertungssystem in Schulnoten oder Prozent doch ein wenig schwer. Unter´m Strich bleibt jedoch eine echte Bereicherung für den Videospielliteraturmarkt und es wäre eine Schande, das WASD bereits nach der ersten Ausgabe in einer Grube mit E.T. verroteten zu sehen. :-)

Ich danke dem Verlag Sea of Sundries für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsmusters, weise jedoch darauf hin, dass keinerlei Einflussnahme auf den Artikel durch den Verlag erfolgt ist.


2 Antworten auf „PRESSESPIEGEL vol. 10 / WASD Magazin“


  1. 1 Beurkeek 04. August 2012 um 22:49 Uhr

    Fünfzehn Euro sind natürlich kein kleiner Betrag, aber wenn der Inhalt ebenso überzeugt wie das in deiner Vorschau angenehm reduziert, aber nicht zu simpel erscheinende Design, investiere ich das Geld gerne in dieses Magazin. Ob es wohl im umfassender bestückten (Bahnhofs-)Buchhandel zu haben ist?

  2. 2 pixelkitsch 05. August 2012 um 10:38 Uhr

    Ganz im ernst, es ist sein Geld wirklich wert!

    Ob es so im freien Buchhandel erhältlich ist, weiß ich gar nicht, ich habe meines über den Onlinehandel erhalten. Da solltest du auf der WASD-Webseite auch fündig werden! :-)

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